Laserauftragsschweißen mit Draht

Laserauftragsschweißen mit Draht verbindet einen präzise steuerbaren Laserprozess mit den Vorteilen metallischer Schweißdrähte. Das Verfahren eignet sich für die Reparatur und Instandsetzung von Metallbauteilen, für funktionale Beschichtungen sowie für den additiven Aufbau dreidimensionaler Geometrien.

Bei OSCAR PLT nutzen wir Laserauftragsschweißen mit Draht insbesondere dort, wo Material gezielt und reproduzierbar aufgebracht werden soll und gleichzeitig ein kontrollierter Wärmeeintrag, geringe Nacharbeit und eine hohe Materialeffizienz gefragt sind.

Im Unterschied zum Laserauftragsschweißen mit Pulver wird der Zusatzwerkstoff als Draht direkt in die Prozesszone geführt und nahezu vollständig aufgeschmolzen. Pulververluste durch Overspray oder Absaugung werden dadurch vermieden. Gleichzeitig ermöglicht der Laser einen lokal begrenzten und gezielt regelbaren Energieeintrag. Dadurch lassen sich beschädigte Bauteilbereiche rekonstruieren, Funktionsflächen beschichten oder neue Geometrien endkonturnah aufbauen.

Mit unserer ProFocus-Technologie verbinden wir den Laser-Draht-Prozess mit Prozesssteuerung, Sensorik und Engineering-Know-how. OSCAR PLT unterstützt von der Auswahl geeigneter Drahtwerkstoffe über Machbarkeitsstudien und Prozessentwicklung bis zur Integration des Laserauftragsschweißens in bestehende CNC-, Roboter- oder Fertigungssysteme.


Was ist Laserauftragsschweißen mit Draht?

Beim Laserauftragsschweißen mit Draht, auch als Laserdrahtauftragsschweißen, Draht-LMD oder LMD-W bezeichnet, wird ein metallischer Draht mithilfe eines Laserstrahls aufgeschmolzen und gezielt auf ein Bauteil aufgetragen.

Das Verfahren gehört zur Gruppe der Directed Energy Deposition (DED) und wird unter anderem für Reparatur, Beschichtung und additive Fertigung eingesetzt.

Der Prozess läuft vereinfacht in vier Schritten ab:

Im Gegensatz zu lichtbogenbasierten Auftragschweißverfahren lässt sich die Energie beim Laserauftragsschweißen lokal konzentrieren und präzise regeln. Dadurch können Einbrand, Aufmischung und Wärmeeintrag an die jeweilige Bauteil- und Werkstoffanforderung angepasst werden.


Welche Vorteile bietet Laserauftragsschweißen mit Draht?

Hohe Materialeffizienz

Beim Drahtprozess gelangt der Zusatzwerkstoff gezielt in die Schmelzzone und wird nahezu vollständig verarbeitet. Pulververluste durch Overspray oder Absaugung entstehen nicht. Besonders bei hochwertigen oder kostenintensiven Zusatzwerkstoffen kann dies die Wirtschaftlichkeit des Prozesses verbessern.

Kontrollierter Wärmeeintrag und geringer Verzug

Durch den lokal begrenzten Laserenergieeintrag lassen sich Wärmeeinflusszone, Einbrand und Aufmischung gezielt beeinflussen. Das ist insbesondere bei Reparaturen, dünnwandigen Geometrien oder thermisch empfindlichen Bauteilen von Vorteil. Ein angepasster Prozess kann Verzug und den Aufwand für nachgelagerte Bearbeitung reduzieren.

Einfaches Materialhandling ohne Metallpulver

Schweißdraht lässt sich vergleichsweise unkompliziert lagern, transportieren und zuführen. Gleichzeitig entfallen die für Metallpulver typischen Anforderungen an Pulverhandling und den Umgang mit feinen Partikeln. Auch etablierte Schweißdrähte sowie – abhängig von der Anwendung – Fülldrähte können eingesetzt werden.

Hohe Automatisierbarkeit und Reproduzierbarkeit

Laserleistung, Drahtvorschub, Bewegungsgeschwindigkeit und weitere Prozessparameter lassen sich digital steuern und miteinander synchronisieren. Dadurch eignet sich Laserauftragsschweißen mit Draht sowohl für automatisierte Roboteranlagen als auch für CNC-Systeme, kompakte Laserzellen und anwendungsspezifische Sondermaschinen.

Endkonturnaher Materialauftrag

Durch eine geeignete Abstimmung von Drahtdurchmesser, Laserleistung, Vorschub und Prozessführung lassen sich definierte Schweißraupen und endkonturnahe Strukturen erzeugen. Das reduziert den Materialüberschuss und kann den Aufwand für Fräsen, Schleifen oder andere nachgelagerte Bearbeitungsschritte verringern.

Reparieren statt ersetzen

Besonders interessant ist Laserauftragsschweißen mit Draht bei hochwertigen, großen oder schwer verfügbaren Bauteilen. Verschlissene Bereiche können lokal wieder aufgebaut werden, ohne das gesamte Bauteil ersetzen zu müssen. Dadurch kann sich die Technologie sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf Material- und Ressourceneinsatz lohnen.


Laserauftragsschweißen mit Draht, Pulver oder Lichtbogen – wo liegen die Unterschiede?

Für den metallischen Materialauftrag stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Ob Draht, Pulver oder ein lichtbogenbasierter Prozess die beste Lösung ist, hängt insbesondere von Bauteilgeometrie, Werkstoff, gewünschter Auftragsrate, erforderlicher Detailgenauigkeit und den wirtschaftlichen Randbedingungen ab.

Laserauftragsschweißen mit Draht eignet sich besonders, wenn:

Laserauftragsschweißen mit Pulver bietet Vorteile, wenn:

Lichtbogenbasierte Auftragsverfahren können vorteilhaft sein, wenn:

Eine pauschal beste Technologie gibt es nicht. Entscheidend ist, welches Verfahren für Bauteil, Werkstoff, Geometrie und Stückzahl den besten technischen und wirtschaftlichen Kompromiss bietet.

Mit ProFocus können sowohl Draht- als auch Pulverwerkstoffe verarbeitet werden. Dadurch lässt sich die Prozessstrategie an die jeweilige Anwendung anpassen.


Typische Anwendungen für Laserauftragsschweißen mit Draht

Laserauftragsschweißen mit Draht wird eingesetzt, wenn metallisches Material lokal ergänzt, eine verschlissene Geometrie rekonstruiert oder eine neue Struktur aufgebaut werden soll.

Reparatur und Instandsetzung verschlissener Bauteile

Verschlissene Bereiche an Wellen, Lager- und Passsitzen, Dichtflächen, Verzahnungen oder anderen Funktionsflächen können lokal wieder aufgebaut werden. Das vorhandene Bauteil bleibt dabei weitgehend erhalten – insbesondere bei hochwertigen Komponenten kann dies eine wirtschaftliche Alternative zum Neuteil darstellen.

Funktionale Beschichtungen und lokale Verstärkungen

Bestimmte Bauteilbereiche können gezielt mit zusätzlichen oder funktional angepassten Werkstoffen versehen werden. So können beispielsweise hoch beanspruchte Zonen lokal verstärkt werden, ohne das gesamte Bauteil aus einem entsprechend hochlegierten Werkstoff fertigen zu müssen.

Additive Fertigung mit Draht

Beim schichtweisen Aufbau lassen sich dreidimensionale Metallstrukturen direkt auf bestehenden Komponenten oder auf einer Grundplatte erzeugen. Laserauftragsschweißen mit Draht eignet sich damit auch für additive Fertigung, hybride Fertigungsprozesse und die Erweiterung bestehender Bauteilgeometrien.

Reparatur anspruchsvoller Werkstoffe

Durch die gezielte Steuerung des Energieeintrags kann der Laser-Draht-Prozess auch für Werkstoffe interessant sein, bei denen die Wärmeeinbringung besonders sorgfältig kontrolliert werden muss. Dazu gehören je nach Anwendung beispielsweise Gusswerkstoffe, Werkzeugstähle, hochfeste Stähle oder Titanlegierungen.

Die geeigneten Prozessparameter müssen dabei immer werkstoff- und bauteilspezifisch ermittelt werden.

Mobile Reparatur großer Bauteile

Laserauftragsschweißen mit Draht kann auch in mobile oder flexible Bearbeitungssysteme integriert werden. Dadurch lassen sich große oder schwer transportierbare Komponenten unter geeigneten Randbedingungen direkt am Einsatzort bearbeiten, anstatt sie vollständig auszubauen und zu einer externen Reparaturstelle zu transportieren.


Welche Drahtwerkstoffe können beim Laserauftragsschweißen eingesetzt werden?

Ein wesentlicher Vorteil des Drahtprozesses ist die große Auswahl etablierter metallischer Schweißzusatzwerkstoffe.

Abhängig von Grundwerkstoff, gewünschter Funktion und Prozessanforderung können beispielsweise geeignete Drähte auf Basis von

eingesetzt werden.

Auch Fülldrähte können für bestimmte Anwendungen interessant sein.

Welche Kombination aus Grundwerkstoff und Zusatzwerkstoff technisch sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht allein über die Werkstoffbezeichnung entscheiden. Entscheidend sind unter anderem Schweißbarkeit, thermische Eigenschaften, Aufmischung, gewünschte Schichteigenschaften und die spätere Belastung des Bauteils. Deshalb gehört die Werkstoffauswahl zu den zentralen Schritten einer Machbarkeits- und Prozessbewertung.


Welche Prozessparameter beeinflussen Laserauftragsschweißen mit Draht?

Ein stabiler und reproduzierbarer Laser-Draht-Prozess entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Parameter.

Besonders relevant sind:

Die einzelnen Parameter können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Wird beispielsweise der Drahtvorschub verändert, müssen unter Umständen auch Energieeintrag und Bewegungsgeschwindigkeit angepasst werden. Gerade bei komplexen Geometrien oder mehrlagigen Aufbauten sind deshalb Prozessregelung und reproduzierbare Bahnplanung entscheidend.


ProFocus für Laserauftragsschweißen mit Draht

Mit ProFocus hat OSCAR PLT ein modulares Laserauftragsschweißsystem für Draht und Pulver entwickelt. Sechs individuell ansteuerbare Laserstrahlen sind konzentrisch um die zentrale Zusatzwerkstoffzuführung angeordnet. Die koaxiale Drahtzuführung ermöglicht eine richtungsunabhängige Bearbeitung und erleichtert damit insbesondere automatisierte Prozesse und komplexe Bahnbewegungen.

Im Drahtprozess bietet ProFocus unter anderem:

Damit lässt sich ProFocus sowohl für Reparaturen und Beschichtungen als auch für den additiven Aufbau metallischer Strukturen einsetzen.


Für wen lohnt sich Laserauftragsschweißen mit Draht?

Das Verfahren ist insbesondere für Unternehmen interessant, die hochwertige Metallbauteile herstellen, instand setzen oder vor Verschleiß schützen möchten.

Typische Ausgangssituationen sind:

Anwendungen finden sich unter anderem im:

Entscheidend ist dabei weniger die Branche als das konkrete Bauteilproblem: Wo lokal metallisches Material ergänzt werden muss, kann Laserauftragsschweißen mit Draht eine technisch und wirtschaftlich interessante Lösung sein.


Wie wirtschaftlich ist Laserauftragsschweißen mit Draht?

Die Wirtschaftlichkeit lässt sich nicht allein über die Kosten des Schweißprozesses bewerten.

Relevant sind unter anderem:

Besonders attraktiv kann der Prozess sein, wenn ein hochwertiges Bauteil nur lokal verschlissen ist und durch gezielten Materialauftrag wiederverwendet werden kann. Statt ausschließlich die Kosten für Neuteil und Reparatur gegenüberzustellen, sollte deshalb der gesamte Prozess betrachtet werden – einschließlich Lieferzeit, Maschinenstillstand, Materialverbrauch und Nachbearbeitung.


So unterstützt OSCAR PLT beim Laserauftragsschweißen mit Draht

OSCAR PLT betrachtet nicht nur den Laserprozess, sondern die gesamte Anwendung – vom Bauteilproblem bis zur fertigen Prozesslösung.

1. Bauteil und Anwendung analysieren

Zunächst betrachten wir Geometrie, Grundwerkstoff, Schadensbild beziehungsweise gewünschte Aufbaugeometrie, Belastung und wirtschaftliche Anforderungen.

2. Verfahren und Zusatzwerkstoff auswählen

Anschließend bewerten wir, ob Draht, Pulver oder eine Kombination der Verfahren für die jeweilige Anwendung sinnvoll ist und welcher Zusatzwerkstoff eingesetzt werden kann.

3. Machbarkeit untersuchen und Prozess entwickeln

Anhand von Versuchen und Musterbauteilen werden geeignete Prozessparameter entwickelt und die erreichbaren Ergebnisse bewertet. Dabei können je nach Aufgabenstellung beispielsweise Geometrie, Materialauftrag, Oberflächenqualität, Gefüge oder notwendige Nachbearbeitung untersucht werden.

4. Prozess automatisieren und integrieren

Ist der Prozess validiert, kann er in ein geeignetes Produktionssystem übertragen werden. Je nach Anwendung reicht das vom einzelnen ProFocus-Bearbeitungskopf über die Integration in vorhandene CNC- oder Robotersysteme bis zur schlüsselfertigen Laserzelle.

5. Prozesswissen übertragen

Durch Schulungen, Prozessbegleitung und Anlagenservice unterstützen wir dabei, Laserauftragsschweißen mit Draht dauerhaft reproduzierbar in der Fertigung einzusetzen.


Ist Laserauftragsschweißen mit Draht für Ihr Bauteil geeignet?

Ob der Laser-Draht-Prozess technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Bauteil, Werkstoff, Geometrie, Schadensbild und gewünschtem Ergebnis ab.

OSCAR PLT unterstützt Sie dabei, diese Frage nicht nur theoretisch, sondern anhand Ihrer konkreten Anwendung zu beantworten. Von der ersten Machbarkeitsbewertung über Prozessversuche und Musterbauteile bis zur Integration in die Fertigung entwickeln wir gemeinsam eine passende Lösung für Reparatur, Beschichtung oder additive Fertigung mit Draht.