Additive Fertigung mit Draht: Warum WLAM industriell an Bedeutung gewinnt
Aktualisiert im September 2026: Die additive Fertigung mit Draht entwickelt sich weiter von einer spezialisierten Technologie zu einer industriell nutzbaren Lösung für Fertigung, Reparatur und Beschichtung.
Die additive Fertigung mit Draht gewinnt in unterschiedlichen Industriezweigen weiter an Bedeutung. Insbesondere Wire Laser Additive Manufacturing (WLAM) beziehungsweise Laser Metal Deposition with Wire (LMD-w) bietet interessante Möglichkeiten, metallische Bauteile additiv aufzubauen, gezielt zu reparieren oder funktional zu beschichten.
Während pulverbasierte Verfahren bereits seit längerer Zeit etabliert sind, punktet der Drahtprozess insbesondere mit einer hohen Materialausnutzung, vergleichsweise einfachem Werkstoffhandling und guter Automatisierbarkeit. Damit entwickelt sich die Technologie zunehmend zu einer industriell interessanten Ergänzung bestehender Fertigungs- und Reparaturverfahren.
Beim LMD-w – auch als Laserstrahl-Drahtauftragsschweißen oder DED-LBw bezeichnet – wird ein metallischer Draht mithilfe eines Laserstrahls lokal aufgeschmolzen und gezielt auf ein Bauteil aufgetragen. So lassen sich bestehende Geometrien ergänzen, verschlissene Bereiche rekonstruieren oder neue Strukturen schichtweise aufbauen.
Einen ausführlichen Überblick über Funktionsweise, Vorteile, Werkstoffe, Prozessparameter und industrielle Anwendungen finden Sie in unserem Prozesswissen zum Laserauftragsschweißen mit Draht.
Vorteile des Laserauftragsschweißens mit Draht (LMD-w)
Die Verwendung von Draht als Zusatzwerkstoff bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die LMD-w besonders attraktiv für industrielle Anwendungen machen. Diese Technologie bietet eine hervorragende Alternative zu traditionellen Fertigungsverfahren und pulverbasierten additiven Methoden.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Hohe Materialausnutzung: Der Draht wird gezielt in die Prozesszone geführt und nahezu vollständig verarbeitet. Pulververluste durch Overspray oder Absaugung werden vermieden.
- Hohe Auftragsleistung: Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und Prozessauslegung ermöglicht der Drahtprozess einen effizienten Materialauftrag.
- Einfaches Werkstoffhandling: Schweißdrähte lassen sich vergleichsweise unkompliziert lagern, transportieren und zuführen. Die für Metallpulver typischen Anforderungen an das Pulverhandling entfallen.
- Breite Werkstoffauswahl: Zahlreiche etablierte Schweißzusatzwerkstoffe sind als Draht verfügbar. Abhängig von der Anwendung können auch Fülldrähte eingesetzt werden.
- Kontrollierter Energieeintrag: Durch den lokal begrenzten Lasereinsatz lassen sich Wärmeeintrag, Einbrand und Aufmischung gezielt beeinflussen.
- Endkonturnaher Materialauftrag: Definierte Schweißraupen können Materialüberschuss und den Aufwand für Fräsen, Schleifen oder andere Nachbearbeitungsschritte reduzieren.
- Gute Automatisierbarkeit: Prozessparameter wie Laserleistung, Drahtvorschub und Bewegungsgeschwindigkeit können digital gesteuert und aufeinander abgestimmt werden.
Durch die Kombination dieser Eigenschaften eignet sich LMD-w sowohl für die Herstellung neuer Bauteile als auch für die wirtschaftliche Reparatur und Beschichtung bestehender Komponenten.
Die ProFocus-Technologie von OSCAR PLT – Laserauftragsschweißen mit Draht und Pulver
Mit ProFocus bietet OSCAR PLT ein modulares Laserauftragsschweißsystem für Draht und Pulver. Die Technologie eignet sich für die Reparatur, Beschichtung und additive Fertigung metallischer Bauteile und kann abhängig von der Anwendung in CNC-Systeme, Roboteranlagen oder mobile Bearbeitungslösungen integriert werden.
Sechs individuell ansteuerbare Laserstrahlen sind konzentrisch um die zentrale Werkstoffzuführung angeordnet. Die koaxiale Drahtzuführung ermöglicht eine richtungsunabhängige Bearbeitung und unterstützt damit insbesondere automatisierte Prozesse und komplexe Bahnbewegungen.
Zu den Stärken von ProFocus zählen
- Verarbeitung von Draht- und Pulverwerkstoffen innerhalb einer modularen Systemplattform
- Koaxiale Drahtzuführung für eine richtungsunabhängige Bearbeitung
- Definierter Energieeintrag über sechs individuell ansteuerbare Laserstrahlen
- Kontrollierter Einbrand und geringe Aufmischung
- Integration in CNC-Systeme, Roboteranlagen oder mobile Lösungen
- Prozesssteuerung und Assistenzfunktionen für stabile, reproduzierbare Prozesse
- Unterstützung von der Machbarkeitsbewertung bis zur produktiven Integration
Diese Eigenschaften machen die ProFocus-Technologie besonders attraktiv für Unternehmen, die ihre Fertigungs- und Reparaturprozesse zukunftssicher machen möchten.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Fokus
Laserauftragsschweißen mit Draht kann zu einem effizienteren Umgang mit Werkstoffen und bestehenden Bauteilen beitragen. Werden verschlissene Bereiche gezielt wieder aufgebaut, muss nicht zwangsläufig das gesamte Bauteil ersetzt werden. Das kann Material, Fertigungsaufwand und – abhängig vom Anwendungsfall – auch Kosten und Lieferzeiten reduzieren.
Auch bei der additiven Fertigung wird Material nur dort aufgebracht, wo es benötigt wird. Besonders bei hochwertigen, großen oder schwer verfügbaren Komponenten kann daraus ein wirtschaftlicher und ressourcenschonender Vorteil entstehen. Ob sich eine Reparatur oder additive Fertigung tatsächlich lohnt, sollte jedoch bauteil-, werkstoff- und anwendungsspezifisch bewertet werden.
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Die additive Fertigung mit Draht eröffnet neue Perspektiven für die Produktion, Reparatur und Beschichtung von Metallbauteilen. Mit der ProFocus-Technologie bietet OSCAR PLT eine leistungsstarke, flexible und wirtschaftliche Lösung, die den wachsenden Anforderungen der Industrie gerecht wird.
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